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Anbieter streichen Subvention für Netzentgelte selbst ein

Der deutsche Staat hat Milliarden von Euro bereitgestellt, um die Strompreise zu senken. Von den Subventionen haben die Verbraucher:innen bisher so gut wie gar nichts, da sie von den Energieunternehmen selbst eingestrichen werden. Mit dynamischen Tibber-Tarif ist das anders.

6,5 Milliarden für reduzierte Netzentgelte

Richtig gelesen! Stattliche 6,5 Millarden Euro hat die Bundesregierung für die Senkung der Stromnetzentgelte in 2026 bereitgestellt. Die Netzentgelte finanzieren den Betrieb, die Wartung und den Ausbau jener Infrastruktur, mit der Energie von den Erzeugungsanlagen zu den Haushalte gelangt. Sie haben mit bis zu 30 Prozent einen wesentlichen Anteil am Arbeitspreis, den Kund:innen in Deutschland für ihren Energiebezug zahlen.

Tibber hat in Zusammenarbeit mit dem Handelsblatt herausgefunden, dass der erhoffte Spareffekt der staatlichen Bezuschussung in den allermeisten Fällen verpufft. Verlierer sind ausgerechnet Kund:innen, die sich durch Tarife mit Preisgarantie vor explodierenden Kosten schützen wollten. Dass Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) damit einmal mehr Klientelpolitik betreibt, liegt nahe. Denn mit Blick auf die Gesetzeslage hätte ihr klarsein müssen, dass die Subventionen vermehrt auf die Konten der Versorger wandert.

Wettbewebsverzerrung?

Tibber Marktexperte Ralf Walther findet die fehlgeleitete Subvention gerade für kleinere Anbieter ärgerlich, die nicht mit festen Verbrauchspreisen werben: “Für uns ist die Ausgestaltung der staatlichen Strompreissubvention ein großer Schmerz. Sie verzerrt den Wettbewerb.“

Während die Entlastung bei neuen Tarifabschlüssen nämlich Früchte trägt, gaben sechs der größten Anbieter Deutschlands gegenüber dem Handelsblatt an, bereits laufende Belieferungsverträge erst nach Auslaufen der Garantie anzupassen. Der Haken daran: Wer im Dezember 2025 einen Einjahresvertrag mit Preisbindung abgeschlossen hat, würde damit erst Ende 2026 von der Entlastung profitieren. Dann ist der subventionierte Zeitraum jedoch so gut wie vorüber. Und ob die gesenkten Netzentgelte bei Neuabschlüssen auch über diesen Zeitpunkt hinaus berücksichtigt werden, ist mehr als fraglich.

Am besten spart es sich mit dynamischem Tarif

Unser Experte Ralf Walther hat eine klare Meinung dazu: „Große Energieunternehmen steigern mit der Netzentgeltsubvention der Regierung ihre Margen und profitieren stärker als kleine Stromversorger.“ Zusätzlich hat er den Eindruck, dass die Unternehmen diese Margengewinne nutzten, um Neukund:innen mit Rabatten anzulocken. Während die Bestandskund:innen unbemerkt leer ausgingen. 

„Die Bundesregierung hat die 6,5 Milliarden Euro Steuergelder klar mit dem Versprechen ausgegeben, Endkund:innen beim Strompreis zu entlasten. Aber die meisten [...] kriegen davon gar nichts mit.“ Bei Tibber sieht das übrigens anders aus. Da Strom bei uns immer zu aktuellen Marktpreisen weitergegeben wird und nicht von langrifstigen Enrgieeinkäufen abhängt, ist die Senkung der Netzentgelte direkter zu spüren. Das dynamische Tarifmodell spiegelt so die tatsächlichen Marktentwicklungen wider und belohnt Kund:innen unmittelbar.

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