Tschüssi EEG-Umlage: Was der Wegfall bedeutet

windmills

Die Senkung der EEG-Umlage auf null bedeutet Entlastungen bei den Strompreisen um 4,43 Cent [brutto] pro verbrauchter Kilowattstunde (eine Reduktion, die Tibber direkt an dich weitergibt 😉). Was vor 20 Jahren zur Förderung von Erneuerbaren Energien unter der “Erneuerbaren-Energien-Umlage” eingeführt wurde, findet nämlich heute zum 1. Juli 2022 ein Ende.

Die EEG-Umlage wurde im Jahr 2000 unter der Bundesregierung von Gerhard Schröder beschlossen. Das Gesetz legt fest, dass Netzbetreiber seitdem Strom aus Erneuerbaren Energien (EE) bevorzugt ins Netz einspeisen und dafür Mindestpreise bezahlen. Liegen diese Preise über denen, die die Netzbetreiber anschließend für den Strom an der Strombörse erzielen können, gleicht die Bundesregierung die Differenz aus. Und zwar durch einen jährlichen angepassten Aufschlag auf jede verbrauchte Kilowattstunde. Dieser wurde auf die Stromkosten umgelegt. Somit sollte die EEG-Umlage den Aufbau einer nachhaltigeren Energiewelt vorantreiben und vor allem das Einspeisen finanziell attraktiv machen. Das Modell trug schnell Früchte und wurde in vielen Ländern der Welt kopiert.

Erfolgsmodell EEG-Umlage stößt an seine Grenzen

Tatsächlich fand die Förderung gerade im Solarausbau für Photovoltaik-Anlagen starken Anklang. Der Ausbau auf Erzeugerseite wurde rasch vorangetrieben. Was zunächst in einem Boom für Erneuerbare mündete, bedeutete gleichzeitig steigende Kosten auf Verbraucherseite. 

Die höchste Förderung erhielten im Jahr 2001 gebaute Photovoltaikanlage mit 50,6 Cent pro kWh eingespeisten Strom. Die Förderung für besonders kleine und auf Gebäuden angebrachten Anlagen erreichte ihren Höhepunkt 2004 mit 57,4 Cent pro Kilowattstunde. Seit diesen Peaks sind die Vergütungssätze jedes Jahr gesunken. Die Mindestvergütung für im Juni 2022 in Betrieb genommener Solaranlagen bewegt sich nur noch zwischen 6,34 und 4,33 Cent pro kWh, abhängig von Kapazität und Bauort. Grundsätzlich gilt für jede Anlage der Preis vom ersten Zeitpunkt der Inbetriebnahme und wird für 20 Jahre garantiert. 

Infolgedessen erreichten die Kosten auf Verbraucherseite 2017 mit 6,88 Cent pro kWh ihren Höhepunkt – ausgehend von 0,19 Cent bei ihrer Einführung. Und das, obwohl die Preise auf Erzeugerseite stets herabgesenkt wurden. Weil aber immer neue Kapazitäten zugebaut wurden, mussten gleichzeitig immer mehr Kosten gedeckt werden. In der Bevölkerung erweckte diese Entwicklung den trügerischen Anschein, als seien die Erneuerbaren wesentliche Preistreiber und das kostete wertvolles Vertrauen. Mit fatalen Konsequenzen für den jungen Solarmarkt und den Klimaschutz: Der Ausbau wurde gedeckelt und uns ging kostbare Zeit verloren. 

Die nun verabschiedete und zum 1. Juli 2022 geltende vollständige Übernahme der Förderkosten über den Bundeshaushalt ist ein überfälliger Schritt und ein wichtiges Signal an Wirtschaft und Gesellschaft. Die anfallenden Kosten für den weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien werden zukünftig aus dem Sondervermögen Energie- und Klimafonds beglichen. 

Wie viel kommt bei den Verbraucher:innen an?

Nun also ist sie also weg, die EEG-Umlage und das freut uns bei Tibber natürlich außerordentlich. Die Senkung ist Tibber-intern natürlich bereits umgesetzt und wird unmittelbar an euch übertragen. 😎

Außerdem hat die Bundesregierung Stromanbieter dazu verpflichtet, die zum 1. Juli 2022 wegfallenden Kosten für die EEG-Umlage an ihre Kund:innen weiterzugeben. Kurzfristig dürfte das aber nicht ausreichen, um die Strompreise wieder auf das Niveau von 2020 zu senken. Die gestiegenen Beschaffungspreise können kurzfristig durch die geringeren Gebühren nicht aufgefangen werden. 

Da bleibt nur eins: Die Verbräuche mit dem flexiblen Stromtarif von Tibber in grüne und günstige Zeiten legen und von den stündlich schwankenden Börsenstrompreisen profitieren. Wie das geht? Wer das eigene Verbrauchsverhalten danach anpassen möchte, braucht unbedingt einen Smart Meter, da sonst keine stündliche Abrechnung möglich ist. Wer mehr Informationen dazu haben möchte, kontaktiert gerne unseren Support unter hello@tibber.com.

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Publiziert 1.7.2022
Laura Schlensak
PR & Communications Manager
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