Driving Home for Christmas – 6 Tipps für E-Autos im Winter

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Die Feiertage stehen vor der Tür und für viele steht der alljährliche Besuch bei Oma oder die Heimreise zu den Eltern auf dem Programm. Wer sich mit den eigenen 4 Rädern auf den Weg macht weiß, der Winter hat für Autofahrer:innen seine Tücken parat. Eisige Fahrbahnen und Schneegestöber beeinflussen dabei nicht nur unser Fahrverhalten, sondern auch den fahrbaren Untersatz selbst. Vor allem den Fahrer:innen von Elektroautos bereiten die eisigen Temperaturen oft Sorgen. Denn die Reichweite – ohnehin das Hauptbedenken gegenüber den Stromern – schrumpft im Winter zusätzlich. Um euch etwas zu beruhigen, haben wir einige praktische Tipps gesammelt, wie man mit dem E-Auto auch im Winter sicher ans Ziel kommst.

Warum sinkt eigentlich die Reichweite bei Kälte?

Der Winter ist nicht nur für Elektroautos eine Herausforderung. Eingefrorene Dieselfilter oder erschöpfte Starterbatterien gehören zu den klassischen Ursachen, die Fahrer von Verbrennern bei eisigen Temperaturen fluchen lassen. Im Gegensatz dazu, hat der Elektromotor mit der Kälte kein Problem. Die Krux bei den Stromern ist nicht der Antrieb, sondern die Batterie.

Bei Kälte erhöht sich der Innenwiderstand der Batteriezellen, dadurch sinkt deren nutzbare Kapazität (um ca. 50% bei -20°C). Hinzu kommt, dass bei einem kalten Akku die Rekuperationsleistung, also das Rückladen beim Bremsen und Ausrollen, geringer ist. Auch hier geht also Reichweite verloren, die sonst bei Wohlfühltemperaturen zur Verfügung stehen würde.

Es gibt aber noch einen weiteren wesentlichen Faktor, der die Reichweite im Winter schmelzen lässt: der erhöhte Energiebedarf. Hier schlägt vor allem die Innenraumheizung zu Buche.

Welchen Einfluss hat Kälte auf die Reichweite?

Wie stark die Reichweite im Winter abnimmt, hat der Norwegische Automobil-Verband NAF untersucht. In einem groß angelegten Test fuhren dabei 20 verschiedene Elektroautos so lange durch die Kälte, bis ihnen der Saft ausging. Das Ergebnis: Je nach Modell, Fahrverhalten, und Witterungsbedingungen, reduziert sich die Reichweite um 10 bis 30 Prozent gegenüber der maximalen Reichweite nach WLTP-Angaben. Im Durchschnitt ergibt das einen Reichweitenverlust von 18,5 Prozent.

Interessant dabei: Vor allem im Stadtverkehr, der normalerweise als besonders verbrauchsarm gilt, schwinden die Kilometer besonders schnell dahin. Auch hier ist die Heizung Hauptschuldige. Denn bei niedriger Geschwindigkeit braucht man länger für eine bestimmte Strecke, für die also länger geheizt werden muss.

Damit dem Weihnachtsbesuch bei Oma und Opa nichts im Wege steht, kommen hier unsere Tipps, wie du mit dem Elektroauto auch bei Minusgraden gut unterwegs bist:

1. Smart laden

Eine kalte Batterie lädt schlechter als eine Batterie bei Optimaltemperatur von 20°C. Das sollte vor allem dann berücksichtigt werden, wenn man Schnellladesäulen nutzen möchte. Diese sollten möglichst immer mit vorgewärmter Batterie angefahren werden, da die Ladezeit sonst erheblich länger ist.

Wer kann, sollte das E-Auto vor allem im Winter über Nacht zu Hause laden. Besonders smart geht das mit Tibber. Wer sein Auto entweder über eine direkte Integration oder die Easee Wallbox lädt, kann in der Tibber App bequem die gewünschte Abfahrtszeit einstellen. So stellst du sicher, dass das Auto zur gewünschten Zeit vollständig geladen ist. Wer zudem einen Smart Meter besitzt, profitiert hier zusätzlich immer von den stündlich flexiblen Preisen. Es wird also immer dann geladen, wenn der Strompreis am niedrigsten ist. 

2. Smart heizen

Wie anfangs schon erwähnt, ist die Innenraumheizung der Nummer eins Reichweiten-Killer. Das Aufheizen eines über Nacht komplett ausgekühlten Autos ist dabei wesentlich energieintensiver als das Halten der Temperatur unterwegs. Wenn möglich, sollte man also das Auto vor dem Losfahren vorheizen, solange es noch am Ladekabel hängt. Bei den meisten Modellen geht das bequem über die Fahrzeug-App. So wird dein Auto auf muckelige Innentemperatur geheizt, ohne Reichweite zu verlieren, da parallel nachgeladen wird. 

Aber auch während der Fahrt lässt sich das Heizen optimieren. Die Luftheizung frisst ganze 2 bis 5 kW Leistung, was den Energieverbrauch des Fahrzeugs um ca. 10-20% erhöht. Mit gerade mal 150W kaum ins Gewicht fallen stattdessen Sitzheizung, Lenkradheizung und (wenn vorhanden) Frontscheibenheizung. In einem bereits vorgewärmten Auto lässt es sich während der Fahrt so komfortabel aushalten. Das Umstellen auf Umluft spart zusätzlich Energie. Hier sollte aber eine klare Sicht immer den Vorrang haben.

3. Smart parken

Tipp Nummer drei ergibt sich aus den beiden vorherigen Punkten. Wenn das Auto steht sollte man das Auskühlen soweit es möglich ist verhindern. Wer kann, parkt über Nacht also bestenfalls in einer Garage. Auch auf Zwischenstopps tagsüber empfiehlt sich das Parken in Parkhäusern und Tiefgaragen oder, wenn sie sich denn zeigt, in der Sonne. 

Dies verhindert einerseits das übermäßige Auskühlen des Innenraums, der sonst energieintensiv wieder erwärmt werden muss, als auch das Auskühlen der Batterie. Denn, wie wir bereits gelernt haben, lädt eine kalte Batterie schlechter.

4. Der richtige Druck

Bei sinkender Temperatur, lässt auch der Reifendruck allmählich nach. Daraus resultiert ein höherer Rollwiderstand, welcher eine große Rolle für die Energieeffizienz spielt. Einfluss auf den Rollwiderstand haben außerdem die Größe der Felgen und Winterreifen. Je kleiner die Räder, desto geringer der Widerstand und somit energieeffizienter. Dieser Tipp gilt nicht für Elektroautos alleine. Da diese aber durch ihre Batterien um einiges schwerer sind als Verbrenner, schlägt dieser Effekt stärker ins Gewicht.

Man merke sich also, vor allem im Winter, um die Reichweite zu optimieren: Put the right amount of pressure on it!

5. Smart fahren

E-Auto-Fans wissen: Die Stromer verfügen über ein besonders starkes Anfahr-Drehmoment und können stark rekuperieren (beim Bremsen und Ausrollen Energie zurückgewinnen). Was normalerweise für viel Fahrspaß sorgen kann, stellt bei winterlichen Straßenverhältnissen aber auch schnell eine Gefahr dar. Da das abrupte Abbremsen auf glatter Fahrbahn schnell zur Rutschpartie führen kann, und kalte Batteriezellen sowieso schlechter laden, ist es sinnvoll, im Winter den Fahrmodus entsprechend anzupassen. Am einfachsten geht das über den Eco-Modus, der in der Regel dafür sorgt, dass das Auto sanfter beschleunigt und anfährt. Außerdem sollte die Rekuperation so weit wie möglich reduziert werden. 

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6. Smart planen

Es kursieren allerlei Schauergeschichten über Menschen, die in ihren E-Autos im Stau erfroren sind oder zumindest ein paar Finger an die Kälte verloren haben. Realistisch gesehen ist hierfür die Gefahr nicht höher, als in einem herkömmlichen Verbrenner. Hier hilft gesunder Menschenverstand: Ist es klug, bei klirrender Kälte und Schneesturmwarnung die Reise mit fast leerem Tank anzutreten? Wenn du jetzt denkst “Um Gottes Willen!”, dann dürfte es eigentlich auch selbstverständlich sein, dass Gleiches für eine fast leere E-Auto-Batterie gilt. 

Wer sich im Winter auf längere Fahrten begibt, sollte sich also gegebenenfalls auf längere Wartezeiten vorbereiten. Dazu gehört beispielsweise eine Decke pro Insasse ins Auto. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, nimmt noch eine Thermosflasche heißen Tee mit.

Endet man tatsächlich im Stau und lange Wartezeiten sind absehbar, heißt es erst einmal: Keine Panik! Der maximale Stromverbrauch pro Stunde kann mit etwa 3 Kilowatt eingeschätzt werden. Das bedeutet, selbst mit nur halb voller Batterie lässt es sich länger im Fahrzeug aushalten, als man vermutlich je erleben wird.

Bonustipp: Und wenn der Saft nun doch mal ausgeht?

Nehmen wir an, es kommt tatsächlich zum absoluten Worst-Case-Szenario. Die Batterie ist leer. Du stehst irgendwo unterwegs und das Auto will nicht mehr weiter. Lässt man das Auto für 20 bis 30 Minuten stehen, sollten beim erneuten Starten ein paar Extrakilometer zur Verfügung stehen. Ist die nächste Ladesäule in nächster Nähe, ist die Situation also schnell entschärft. Aber auch wenn es dafür nicht reichen sollte, dann aber immerhin dafür, um einen sicheren Platz zum Abstellen des Autos anzufahren, von dem aus sich Hilfe rufen lässt. Der Pannendienst kann dein Auto zu einer Ladestation bringen. Auf diese Weise hast du immer eine Lösung parat. Die Wahrscheinlichkeit, dass dies nötig ist, ist mit den oben genannten Tipps und einer gesunden Portion gesunden Menschenverstands allerdings sehr gering. Gute Fahrt und schöne Feiertage!

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Publiziert 20.12.2021
Annett Gröschner
Storyteller
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