Alles was du schon immer über Elektroautos wissen wolltest - und solltest.

Für den Kauf eines Elektroautos gibt es vielerlei Anreize. Neben Steuervergünstigungen und staatlichen Förderungen ist die Umweltfreundlichkeit der Stromer für die meisten Menschen der Hauptgrund auf die elektrische Art der Fortbewegung umzusteigen. Gerade vor dem Kauf des ersten E-Autos gibt es aber viele Fragen und einige Punkte die gut überlegt sein sollten. Schon einmal vorweg: Ein Elektrofahrzeug macht nicht für jeden Sinn, für viele aber sehr! Wir klären hier die wichtigsten Fragen rund ums Thema Elektromobilität.

Was genau ist nun eigentlich ein Elektroauto?

Obwohl sich der Name so wunderbar eindeutig anhört, gibt es für den Begriff des Elektroautos verschiedene Definitionen. Grundlegend kann man zwischen der allgemeinen Definition und der des Kraftfahrt-Bundesamtes unterscheiden. Die erste fasst den Begriff im weiteren Sinne auf und versteht darunter alle Kraftfahrzeuge, die teilweise oder komplett durch einen Elektromotor angetrieben werden. Dazu zählen dann:

  • Batterieelektrische Fahrzeuge (BEV)

  • Plug-in Hybride (PHEV)

  • Range Extender (REEV)

  • Wasserstofffahrzeuge (FCEV) (gibt es nur selten und sind sehr teuer)

Nach Definition des Kraftfahrt-Bundesamt hingegen zählen als Elektrofahrzeug nur solche, die eine ausschließlich elektrischer Energiequelle besitzen, sogenannte “Batterieelektrische Fahrzeuge” (BEV). Alle Fahrzeuge mit mindestens zwei unterschiedlichen Energiewandlern und zwei unterschiedlichen Energiespeichersystemen zählen als Hybridfahrzeuge.

Batterieelektrische Fahrzeuge

Der Antrieb von BEVs erfolgt rein elektrisch. Damit ergibt sich auch der größte Pluspunkt der reinen Stromer - Im Gegensatz zum Verbrennungsmotor, besitzt der Elektromotor kaum Verschleißteile, und ist somit extrem wartungsarm. Kostspielige Reparaturen und Wartungen entfallen somit weitgehend. Auch die Betriebskosten schlagen positiv zu Buche, denn Strom ist deutlich billiger als Kraftstoff. Die günstigen Unterhaltskosten machen den höheren Kaufpreis also teils wieder gut. Wenn von reinen Elektroautos die Rede ist, denkt man meist sofort an den prominentesten Vertreter - Tesla. Doch inzwischen gibt es eine Vielzahl bekannter Hersteller, die auf den vollelektrischen Antrieb setzen und Modelle in allen Preisklassen anbieten. Nach Anzahl der Neuzulassungen im Jahr 2019 ergibt sich folgende Top 10 der beliebtesten BEVs der Deutschen: 

  1. Renault Zoe

  2. BMW i3

  3. Tesla Model 3

  4. VW e-Golf

  5. Smart EQ Fortwo

  6. Audi E-Tron

  7. Hyundai Kona Elektro

  8. Nissan Leaf

  9. Smart EQ Forfour

  10. Kia e-Soul

Hybridfahrzeuge: Plug-in vs. Range Extender

PHEV und REEV verfügen als Hybridfahrzeug beide sowohl über einen Elektromotor, als auch einen Verbrennungsmotor. Der Unterschied zwischen den beiden liegt vor allem im Aufbau. Hier kann man zwischen seriellem und parallelem Hybrid unterscheiden. Ein Elektrofahrzeug mit Range Extender ist in der Regel ein serieller Hybrid. Hier besteht keine mechanische Kopplung zwischen dem Verbrennungsmotor und dem Antrieb der Räder. Das heißt, der Antrieb erfolgt immer elektrisch. Der Verbrennungsmotor dient beim seriellen Hybrid lediglich als Generator dem Aufladen der Batterie. Beim parallelen Hybrid können beide Motoren zum Antrieb der Räder genutzt werden. In der Regel sind Plug-in Hybride nach diesem Prinzip aufgebaut, allerdings gibt es auch Mischvarianten, bei denen das Fahrzeug vom seriellen in den parallelen Modus wechseln kann. Ein weiterer Unterschied ist, dass beim parallelen Hybrid im Leistungsverhältnis zwischen dem Verbrenner und dem Elektromotor, der Verbrenner dominiert. Beim seriellen Hybrid ist der Elektromotor hingegen leistungsstärker. Daher können Hybride mit Range Extender meist um einiges längere Strecken rein elektrisch zurücklegen, bevor der Verbrennungsmotor zum Nachladen einspringen muss. Da dieser nur selten, vor allem für längere Strecken, benötigt wird, handelt es sich oft um einfachere Motoren mit eher hohem Kraftstoffverbrauch und vergleichsweise hohem Schadstoffausstoß. Beim Angebot auf dem Deutschen Markt dominieren aktuell die Plug-in-Hybride. Vor allem aufgrund der vergleichsweise schlechten Abgaswerte der in REEV verbauten Verbrenner, sterben Fahrzeuge mit Range Extender aus und sind derzeit vor allem als Gebrauchtwagen erhältlich. 

Flüsterleise unterwegs - Fluch oder Segen?

Elektroautos und Hybride im rein elektrischen Betrieb produzieren bis 50 kmh so gut wie kein Abroll- oder Windgeräusch. Das nahezu geräuschlose Fahren gilt als eine der größten Annehmlichkeiten, da es vor allem in Gebieten mit hohem Verkehrsaufkommen zur Reduzierung des Lärmpegels beitragen kann. Das flüsterleise Fahren kann jedoch auch negativ angesehn werden, da es die Warnehmbarkeit der Autos einschränkt und sie so zur potenziellen Gefahr für Fußgänger und Radfahrer macht. Seit Juli 2019 ist daher für alle neu zertifizierten Elektrofahrzeuge ein künstliches Fahrgeräusch bei Geschwindigkeiten bi 20 kmh, sowie beim Rückwärtsfahren vorgeschrieben. Das sogenannte Acoustic Vehicle Alerting System (AVAS) soll dabei genaue Rückschlüsse auf das Fahrverhalten liefern, d.h. es muss erkennbar sein, ob das Fahrzeug beschleunigt oder bremst. Genaue Vorschriften, wie dieses Geräusch zu klingen hat, gibt es noch nicht. Bisher können die Hersteller ihre jeweils eigenen Sounds komponieren.

Die Reichweitendiskussion

Die mitunter beschauliche Reichweite dient oft als Hauptgrund, sich gegen den Kauf eines Elektroautos zu entscheiden. Tatsächlich ist die Angst, dass einem unterwegs der Strom ausgeht, in den meisten Fällen unbegründet. Die gängigen Modelle reiner BEVs weisen Reichweiten von 150 bis 400 km auf, die meisten Plug-in-Hybride auf dem deutschen Markt schaffen zwischen 40 und 60 km. Laut Statistiken, fahren 80% der Deutschen maximal 39 km pro Tag mit dem Auto. Der typische Pendler legt auf dem Weg zur Arbeit durchschnittlich 17 km zurück. Praxistauglich könnten so etwa zwei Drittel aller Fahrten rein elektrisch gefahren werden. Die entscheidende Überlegung ist also, wie häufig Langstrecken gefahren werden. Fallen diese hin und wieder an, ist eine mögliche Alternative den reinen BEV als Zweitwagen, und den traditionellen Verbrenner für die längeren Fahrten zu nutzen. Da die meisten Haushalte in Deutschland aber mit nur einem Auto auskommen müssen, sind Hybridfahrzeuge hier eine beliebte Lösung. Wochenendausflug, Besuch bei der Verwandtschaft oder Urlaubsfahrten - bei diesen Strecken kann der Verbrennungsmotor übernehmen, während der elektrische Antrieb die täglichen Kurzstrecken zur Arbeit oder zum Einkaufen stemmt. Werden Langstrecken nur sehr selten gefahren, wie etwa für den Jahresurlaub, ist es die Überlegung wert, ob man tatsächlich den Verbrennungsmotor braucht. Gerade bei Plug-in-Hybriden ist dieser von der Leistung her dominant und erfordert Abstriche bei der Effizienz des Elektromotors. Außerdem fallen für den Verbrenner weiterhin die üblichen Wartungskosten an. Wir dieser also nur in wenigen Ausnahmesituationen benötigt, kann es hier Sinn machen einen reinen BEV zu wählen und für die Langstrecken ein geeignetes Fahrzeug zu mieten. 

Wo und wie? - Elektroautos laden 

Egal wie gut die Reichweite ist, irgendwann muss jedes E-Auto geladen werden. Neben der - wie festgestellt meist unbegründeten - Reichweitenangst, ist die mangelnde Ladeinfrastruktur, einer der häufigsten Gründe sich gegen ein Elektroauto zu entscheiden. Tatsächlich ist die Abdeckung mit öffentlichen Ladestationen in Deutschland noch nicht die beste. Vor allem in ländlichen Regionen sind Elektroautofahrer meist noch vollständig auf das Laden im privaten Bereich angewiesen.

Zuhause laden

Grundsätzlich kann man ein Elektroauto oder Plug-in-Hybrid mit einem speziellen Kabel über eine normale Haushaltssteckdose aufladen. Dies hat aber zwei offensichtliche Nachteile. Zum einen dauert der Ladevorgang so extrem lange, zum anderen birgt dieser Vorgang ein gewisses Risiko, da nicht jeder Hausanschluss für die hohe und dauerhafte Belastung durch das Laden eines EV geeignet ist. Die sichere und bequeme dauerhafte Lösung ist daher die Installation einer speziellen Ladestation, einer sogenannten Wallbox. Ob und wie im privaten Bereich geladen werden kann, ist vor allem abhängig von der Wohnsituation. Eigenheimbesitzer haben es hier in der Regel einfacher, da sie selbst über Umbau- und Modernisierungsmasnahmen - wie der Installation einer Wallbox - entscheiden können. Für Mieter und Wohnungseigentümer war es bislang recht schwierig solche Maßnahmen für das Mietobjekt zu beantragen. Mit dem Wohnungseigentumsmodernisierungs-Gesetz, welches zum 1. Dezember 2020 in Kraft tritt, wird dies in Zukunft erleichtert. Generell soll so jeder einen Anspruch auf den Einbau einer Ladestation haben. Hier findet ihr alle Fragen und Antworten rund um das Thema.

Smart Charging

Die Easee Wallbox ist eine besonders beliebte Wahl für das Laden im nichtöffentlichen Bereich. In Verbindung mit einem intelligenten Stromzähler kann man mit dieser die sogenannte Smart Charging Funktion von Tibber nutzen, mit der Elektroauto-Besitzer im Schnitt 20% beim Laden sparen. Wenn du deinen Strom mit dem stündlichen Stromtarif von Tibber beziehst, ändert sich jede Stunde dein aktueller Strompreis. Beim Smart Charging schiebt Tibber das Laden des E-Autos vollautomatisch exakt auf die Stunden des Tages, in denen der Preis am niedrigsten ist. Zusätzlich zu den niedrigeren Preisen, zeigt dir die Tibber App eine Übersicht deiner Ladekosten pro Tag, Monat oder Jahr, und du kannst stets den Ladestand der Batterie einsehen. Alle weiteren Funktionen und Details findest du hier – schau mal rein, denn im Schnitt sparen E-Auto-Fahrer mit Tibber und Smart Charging ca. 200 € im Jahr. ⚡️ Zur Förderung der Elektromobilität in Deutschland, sind aktuell umfangreiche Zuschüsse rund um das Thema verfügbar. So kann unter anderem auch der Kauf und die Installation einer privaten Wallbox gefördert werden. Alle Informationen und Voraussetzungen dazu, findest du hier

Öffentliche Ladestationen

Bei den sogenannten öffentlichen Elektromobilitäts-Serviceanbietern gibt es eine Vielzahl an Angeboten mit teils verwirrender Tarifstruktur. Die Bezahlung erfolgt mal über spezielle Karten, mal über eine App. Auch in der Abrechnungsmethode gibt es Unterschiede. Nicht immer wird anhand der geladenen kWh abgerechnet, da nicht an jeder Säule der hierfür erforderliche eichkonforme Zähler installiert werden kann. Viele Anbieter rechnen daher zu Pauschaltarifen nach der Ladezeit ab. Die Wahl des geeigneten Serviceanbieters ist vor allem räumlich bedingt. Die Betreiber öffentlicher Ladestationen agieren entweder regional, oder überregional. Bei Anbietern, die den Zugriff auf Ladesäulen überregional ermöglichen, spricht man von Roaming Anbietern. Diese sind in der Regel etwas teurer als regionale Anbieter und machen vor allem dann Sinn, wenn man häufig in unterschiedlichen Regionen unterwegs ist. Beispiel eines solchen überregionalen Anbieters ist plugsurfing, welcher Zugang zum europaweit größten Ladenetzwerk bietet. Über die plugsurfing App hat man stets eine gute Übersicht wo sich Ladesäulen befinden und erhält zudem Informationen über die jeweiligen Zahlungsmethoden.

Wie war das jetzt mit der Umweltfreundlichkeit?

In der Vergangenheit wurde oftmals kritisiert, dass Elektroautos eine weitaus schlechtere Umweltbilanz hätten, als man gerne annehmen würde. Dies wird auch heute noch durch einige Studien gestützt. Mindestens genauso viele Untersuchungen behaupten das genaue Gegenteil. Der Faktor, der bei der CO2 Bilanz der Stromer am meisten zu Buche schlägt, ist dabei immer die Herstellung der Batterie, da diese oft in Ländern mit einem geringen Anteil erneuerbarer Energie am Strommix gefertigt wird. 

Eine neue Studie der Technischen Universität Eindhoven (TUe) hilft jetzt dabei, das Image der Stromer ordentlich aufzupolieren. Das Ergebnis: Elektroautos verursachen bis zu 65% weniger Emissionen als Verbrenner. Die Studie deckt dazu die Hauptkritikpunkte alter Forschungen auf, berichtigt diese und liefert aktualisierte, realistische Werte zur Umweltbelastung von Elektroautos über ihren gesamten Lebenszyklus. Die bislang schlechten Zahlen lassen sich demnach vor allem zurückführen auf eine zu gering angenommene Batterielaufzeit und überholte Modellannahmen bei der CO2-Berechnung. Selbst mit der Kritik an dieser neuen Studie im Hinterkopf, dass die Werte der CO2 Emission der Batterieherstellung zu optimistisch beurteilt wurden, lässt sich ein deutlich positiveres Bild zeichnen als bisher. 

Was bleibt, ist das Argument, das BEVs und Hybride im elektrischen Antrieb nur lokal emissionsfrei fahren. Ausschlaggebend ist also der Strom, der zum Laden verwendet wird - genauer gesagt, dessen Erzeugung. Eine wirklich positive CO2 Bilanz haben E-Autos nur dann, wenn sie zu 100% mit Ökostrom geladen werden. Sowohl für die Herstellung als auch für den Betrieb gilt, je weiter der Anteil erneuerbarer Energien am Strommix steigt, desto mehr verbessert sich die Umweltfreundlichkeit der Elektroautos.

Worauf wartest du noch? 

Mit unserem Stromvertrag erhältst du Zugang zur innovativsten Strom-App in Deutschland. Du zahlst nur den Einkaufspreis für den verbrauchten Strom, Netz- und Messstellengebühren und 3,99 € Tibber Gebühr pro Monat. Es gibt keine festen Vertragslaufzeiten und du kannst jederzeit mit einer Frist von 4 Wochen kündigen.

Probiere die App aus

Publiziert 1.11.2020

Annett Gröschner
Storyteller

Weitere Artikel